EuroWire , Uljanowsk: Mindestens 55 erwachsene Fahrgäste mussten nach der Entgleisung eines Nachtzuges zwischen Moskau und Tscheljabinsk am 3. April in der russischen Region Uljanowsk medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Sieben Waggons entgleisten in der Nähe von Brjandino. Es wurden keine Todesopfer gemeldet. Laut Angaben der regionalen Behörden befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls am frühen Freitagmorgen etwa 415 Fahrgäste im Zug. Der Unfall löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte und strafrechtliche Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen die Eisenbahnsicherheitsbestimmungen aus.

Die Entgleisung ereignete sich gegen 6:26 Uhr Moskauer Zeit in der Nähe des Bahnhofs Brjandino, etwa 70 Kilometer von Uljanowsk entfernt, wie regionale Behörden und die russische Eisenbahn mitteilten. Rettungskräfte bargen die Fahrgäste aus den beschädigten Waggons, da der Zugverkehr auf der Strecke vorübergehend unterbrochen war. Laut Behörden wurden Ersatzwaggons, Busse und Notunterkünfte bereitgestellt, während die Fahrgäste weiterbefördert wurden. Zudem wurden Anlaufstellen eingerichtet, um Verpflegung, medizinische Versorgung und Unterstützung bei der Weiterreise zu gewährleisten.
Die Zahl der Verletzten stieg im Laufe des Tages, nachdem die Passagiere nach ihrer Rettung untersucht worden waren. Laut regionalen Gesundheitsbehörden suchten 55 erwachsene Passagiere medizinische Hilfe auf, 17 von ihnen wurden im Zentralen Klinikum Uljanowsk stationär aufgenommen. Frühere offizielle Meldungen hatten niedrigere Verletzungszahlen, darunter auch Kinder, gemeldet, bevor die umfassendere medizinische Untersuchung abgeschlossen war. Die Behörden gaben außerdem bekannt, dass es keine Todesopfer gab und die verletzten Kinder keine schweren Verletzungen erlitten.
Ausweitung der Notfallmaßnahmen
Das Katastrophenschutzministerium und die regionalen Behörden entsandten über 150 Spezialisten und Dutzende Ausrüstungsgegenstände zum Unglücksort, um die Rettungs- und Bergungsarbeiten fortzusetzen. In Bryandino wurde eine Notunterkunft eingerichtet, und am Hauptbahnhof Uljanowsk wurde eine medizinische Untersuchungsstelle für ankommende Reisende geschaffen. Der Gouverneur der Region Uljanowsk, Alexei Russkikh, erklärte, er sei zum Unglücksort gereist und stehe in ständigem Kontakt mit der Bahnleitung, Ärzten und den Rettungskräften, die den Einsatz koordinieren.
Laut medizinischen Beamten reichten die Verletzungen von Prellungen bis zu Knochenbrüchen. Frühere Berichte sprachen von einem Beinbruch und einem Schlüsselbeinbruch als schwerwiegenderen Fällen. Der Gouverneur der Region Tscheljabinsk, Alexei Teksler, dessen Region an der Zugstrecke lag, erklärte, die Kinder an Bord würden beobachtet und hätten vermutlich keine schweren Verletzungen erlitten. In der Region Uljanowsk wurden zusätzliche Krankenhausbetten bereitgestellt, während Ärzte die aus den umgestürzten und geneigten Waggons evakuierten Passagiere untersuchten.
Sicherheitsuntersuchung im Gange
Das russische Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen im Eisenbahnverkehr ein, während die Staatsanwaltschaft für Transportwesen eine separate Überprüfung der Einhaltung der Betriebsvorschriften einleitete. Die Behörden gaben an, die genaue Ursache der Entgleisung werde noch untersucht. Offiziellen Angaben zufolge untersuchten die Ermittler im Rahmen der Untersuchung den Zustand der Gleise, während sich Bahnmitarbeiter und Bergungstrupps auf die Räumung der Unfallstelle, die Dokumentation der Schäden und die Wiederherstellung des Zugverkehrs auf dem betroffenen Streckenabschnitt konzentrierten.
Die russische Eisenbahn teilte mit, dass die Fahrgäste des entgleisten Zuges ihre Reise mit alternativen Verkehrsmitteln fortsetzen würden und während des Transfers medizinische Versorgung zur Verfügung stünde. Das Unternehmen erklärte außerdem, dass die Fahrgäste Anspruch auf Entschädigung gemäß bestehender Versicherungsbedingungen hätten. Am späten Freitagabend werteten die Behörden noch immer medizinische Daten aus und überwachten die Bergungsarbeiten in der Nähe von Bryandino. Bei der Entgleisung entgleisten sieben Waggons, doch die Behörden gaben an, dass es keine Todesopfer gegeben habe, während die Überwachung und Reparaturarbeiten andauerten.
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